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Brückenlockdown und Ausgangssperre

SPD-Ortsverein Plettenberg

Stefan Langenbach · Haydnstraße 19 · 58840 Plettenberg

stefan.langenbach@spd-plettenberg.de

Ortsverein Plettenberg

Stefan Langenbach

Ortsvereinsvorsitzender

Haydnstraße 19

58840 Plettenberg

Textfeld: Christos Christogeros
Süderländer Tageblatt
An der Lohmühle 7-9

58840 Plettenberg

Plettenberg, 08.04.2021

Ihre Fragen

„Brückenlockdown und Ausgangssperre“

  • Wie bewerten Sie allgemein die beiden Vorschläge von Herrn Laschet?
  • Was halten Sie von einer Ausgangssperre in ländlichen Gebieten wie Plettenberg? Macht das hier Sinn? Und glauben Sie, dass dies in Plettenberg überhaupt kontrolliert werden könnte?

Scheinbar hat auch Armin Laschet endlich begriffen, dass er sein Profil schärfen muss – sollte er tatsächlich mit einer Kanzlerkandidatur liebäugeln. Allerdings verhält er sich hierbei wie ein Fähnchen im Winde. Vertrat er am 24.03. im Landtag noch die Auffassung, dass das reine Schließen an seine Grenzen gekommen sei und wir dieses Virus anders bekämpfen müssen, so fordert er nun zwei Wochen später einen Brücken-Lockdown. Nicht das einzige Beispiel für inkonsequente Umsetzungen von Beschlüssen.

Ich teile die Meinung, dass wir mit unserer viel zu bürokratischen Impfpolitik nicht die erhofften Ergebnisse bei der Herstellung einer „Herdenimmunität“ erzielen. Wir geraten allerdings auch an die Grenzen des Erträglichen. Die reine Forderung nach einem neuerlichen Lockdown wirkt verzweifelt und planlos. Was wir wirklich benötigen, sind bundesweit einheitliche und verständliche Regeln, ein Impf-Masterplan zur Tempoerhöhung, mehr Dosen für die Hausärzte zur flächendeckenden Versorgung und eine Ausweitung der Testgebiete für progressive Öffnungs-Strategien (z.B. Modell Tübingen). Darüber hinaus müsste die Luca-App in einigen Bereichen (u.a. belastbare Anwesenheitsdokumentation und Datenschutz) nachbearbeitet und dann schnellstens an die Gesundheitsämter angebunden werden. Kurz gesagt: Wir brauchen Perspektiven! Wir sehnen uns alle nach einem „Ende des Schreckens“ und kriegen von der Bundes- und Landesregierung derzeit keine Antworten.

Ausgangssperren mögen in manchen, eng besiedelten Großstädten helfen. Einen solchen Vorteil vermag ich im ländlichen Raum jedoch nicht zu sehen – erst Recht, wenn sie erst einen Tag vorher verkündet werden und somit das Privatleben der Bürgerinnen und Bürger noch erheblicher einschränken. Ganz abgesehen davon, dass wir dies in Plettenberg überhaupt nicht vollumfänglich kontrollieren können, hoffe ich auf einen respektvollen Umgang mit den Mitarbeitern des Ordnungsamtes und der Polizei – mit Ihnen möchte ich im Moment bei der Diensterfüllung nicht tauschen.

Ich appelliere weiterhin an den gesunden Menschenverstand der Bürgerinnen und Bürger. Sobald Perspektiven (insbesondere für Lockerungen) aufgezeigt werden, wird auch die Geduld der Menschen und das Vertrauen in die Politik zurückkehren.  

Freundliche Grüße

Stefan Langenbach